Margaretha Rothe fragt … Lampedusa

Die erste Ausgabe von „Margaretha Rothe fragt …“ war dem Umgang mit afrikanischen Flüchtlingen in Europa im Allgemeinen, sowie in Hamburg im Besonderen gewidmet. Eingeladen waren VertreterInnen aller Senatsfraktionen sowie von Amnesty International: Kazim Abaci (SPD), Kai Voet van Vormizeele (CDU), Finn-Ole Ritter (FDP), Christiane Schneider (Die Linke) sowie Heiner Göring (Amnesty International). Krankheitsbedingt absagen musste Antje Möller (Die Grünen).

Plakat zur Veranstaltung

Geladen hat eine engagierte Schülergruppe der neunten Klassen. Gut 200 Gäste sind am 21.02.2014 den umfangreichen Werbemaßnahmen gefolgt. Eingeleitet wurde der Abend durch ein Input-Referat von Michelle Weck (Klasse 9a). Michelle dokumentierte professionell und informativ die komplizierte Rechtslage der Flüchtlinge. Prinzipiell genießen sie zwar, wie alle anderen Flüchtlinge auch, Asyl- oder Flüchtlingsschutz gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention. Praktisch jedoch scheint die europäische Flüchtlingspolitik eher auf Abschreckung ausgerichtet zu sein. Flüchtlinge erwarten nicht nur hochgerüstete Grenzanlagen, sondern auch harte rechtliche Auflagen. Auf der Strecke bleibt oft die Menschenwürde.

Die eigentliche Diskussion leiteten Marlene Goos (9b) und Josephine Neumann (9c). Schnell wurden die Differenzen der Gesprächsteilnehmer deutlich. Christiane Schneider sprach sich für eine grundsätzliche Überdenkung des hamburgischen Umgangs mit den Flüchtlingen aus, während die anderen Fraktionsvertreter, aber auch der Vertreter von Amnesty International, auf die geltende Rechtslage verwiesen. Einigkeit bestand jedoch weitgehend darin, dass auf europäischer Ebene die nationalen Flüchtlingspolitiken vereinheitlicht werden sollte.

Dennoch mussten sich die Diskutierenden in der abschließenden offenen Fragerunde die Kritik des Publikums gefallen lassen. Die Flüchtlingspolitik des Senats, die sich in der Vergangenheit oft durch Polizeieinsätze auszeichnete, kommt offenbar vor allem bei Schülerinnen und Schülern nicht gut an.

Bereits die erste Ausgabe zeichnete das aus, was das Kennzeichen dieses besonderen Schulprojekts darstellt: Sämtliche organisatorische Fragen wurden von den SchülerInnen in Eigenregie und Teamarbeit erarbeitet. Auch wenn die Moderatorinnen natürlich im Rampenlicht standen, konnten sie sich auf die umfangreiche Unterstützung eines Recherche- und Marketingteams verlassen. Es ist diese Kooperation unterschiedlicher Charaktere, die „MR fragt“ auszeichnet.